Ein Großteil der an Psoriasis Erkrankten weist eine Beteiligung der Kopfhaut auf. PD Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis (Bonn) informierte im Rahmen eines DWFA-Symposiums über moderne und effektive Therapien dieses Krankheitsbildes.
Die Psoriasis capitis führt aufgrund der exponierten Lokalisation zu erheblichen psychischen und sozialen Belastungen. Laut Wilsmann-Theis zeigen 40 – 90 % aller Menschen mit Psoriasis die typischen Symptome wie Rötung, Schuppung und Juckreiz an der Kopfhaut. Die Dermatologin zeigte anhand einer Studie, dass Patienten und Patientinnen, deren Psoriasis sich an besonderen Lokalisationen wie Gesicht, Kopfhaut, Genitalien, Händen, Füßen und Nägeln manifestiert, eine sehr viel stärker eingeschränkte Lebensqualität aufweisen als andere Menschen mit Psoriasis [1].
Zur systemischen Therapie der Psoriasis stehen verschiedene Biologika zur Verfügung, doch gibt es nur wenige belastbare Daten, die die Wirkung eines monoklonalen Antikörpers spezifisch bei der Kopfhaut-Psoriasis belegen. In einer aktuellen Phase-IIIb-Studie erwies sich der monoklonale Antikörper Tildrakizumab als hochwirksam bei der Therapie der Psoriasis an dieser exponierten Lokalisation [2]. In dieser Studie erhielten Patientinnen und Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis der Kopfhaut in Woche 0 und 4 entweder 100 mg Tildrakizumab oder Placebo. Der primäre Endpunkt war ein modifizierter Investigator Global Assessment-Score (IGA mod 2011, Kopfhaut) von 0 oder 1 („erscheinungsfrei“ oder „fast erscheinungsfrei“) mit einer Verringerung um ≥ 2 Punkte gegenüber dem Ausgangswert in Woche 16.
Wichtige sekundäre Endpunkte waren das Ansprechen gemäß Psoriasis Scalp Severity Index (PSSI 90) in Woche 12 und 16 sowie das Ansprechen laut IGA mod 2011 in Woche 12. Von den mit Tildrakizumab behandelten Personen (n = 89) erreichten 49,4 % den primären Endpunkt, während es unter Placebo (n = 82) nur 7,3 % waren. Nach 12 Wochen Therapie mit Tildrakizumab lag dieser Wert bei 46,1 % gegenüber 4,9 %. Ein PSSI-90-Ansprechen in Woche 16 erreichten 60,7 % gegenüber 4,9 % der Erkrankten, und in Woche 12 waren es 48,3 % gegenüber 2,4 %. Auch bei der Reduktion des Juckreizes zeigte sich diese Therapie als wirksam.
Für die Patienten und Patientinnen, die nicht die Voraussetzungen für eine systemische Therapie der Kopfhaut-Psoriasis erreichen, steht nach Ausführungen von Wilsmann-Theis mit der Kombination des Vitamin-D3-Derivats Cacipotriol und des Glukokortikoids Betamethasondipropionat in innovativer Galenik (PAD-Technologie) ein effektives topisches Therapeutikum zur Verfügung. In einer Interimsanalyse der prospektiven und nicht-interventionellen PRO-SCALP-Studie konnte ihr zufolge gezeigt werden, dass dieses Kombinationspräparat Patientenbedürfnisse so weit erfüllt, dass 4 von 5 Erkrankten (n = 134) es wieder verwenden würden [3].