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Onkologie

Akute myeloische Leukämie

Therapiealternative in der Hämatologie

30.8.2021

Für die akute myeloische Leukämie stehen mittlerweile unterschiedliche Behandlungskonzepte zur Verfügung. Auch wenn Patienten für eine Stammzelltherapie nicht infrage kommen, besteht die Möglichkeit, hypo­met­hylierende Wirkstoffe einzusetzen.

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist gekennzeichnet durch die Entartung und unkontrollierte Proliferation unreifer Vorläuferzellen (Blasten) der myeloischen Reihe. Unterschiedliche Zelllinien können betroffen sein. Im Knochenmark stören die entarteten Zellen die Hämatopoese. Zu den Symptomen zählt die Anämie, die sich durch Müdigkeit, Blässe und Leistungsabfall äußert. Weiter kommt es zu einer erhöhten Infektanfälligkeit und zu vermehrten Blutungen, zur Vergrößerung der Lymphknoten, der Milz und der Leber oder zu Knochen- und Gelenkschmerzen. Kommen Patienten für eine Transplantation hämatopoetischer Stammzellen nicht infrage, können sie mit einem hypomethylierenden Wirkstoff behandelt werden, z. B. mit Azacitidin oder CC-486.

Die antineoplastische Wirkung von Azacitidin beruht vermutlich auf multiple Mechanismen. Eine zytotoxische Wirkung richtet sich direkt gegen abnorme ­hämatopoetische Zellen im Knochenmark. Zudem kommt es zu einer Hypomethylierung der DNA von Genen, die irrtümlich methyliert wurden, was in Krebszellen zur Reexpression von Genen und zur Wiederherstellung krebsunterdrückender Funktionen führt. Auch bei CC-486, dessen aktiver Bestandteil Azacitidin ist, handelt es sich um einen hypomethylierenden Wirkstoff, welcher in oraler Form verabreicht werden kann. Der Wirkstoff wird in die DNA und RNA eingebaut und hat auch einen direkten zytotoxischen Einfluss auf entartete Zellen. Diese Wirkung beruht auf einer Hemmung der DNA-, RNA- und Proteinsynthese.

In der Phase-III-Studie QUAZAR AML-001 wurde nun das Potenzial von CC-486 für eine mögliche Erhaltungstherapie bei AML-Patienten geprüft, die nach Erstdiagnose unter einer intensiven Induktions-Chemotherapie eine Remission erreicht hatten und nicht für eine hämatopoetische Stammzelltransplantation infrage kamen. Im Vergleich zum Placebo war die Behandlung mit CC-486 mit einem signifikant längeren Gesamtüberleben (OS) verbunden: 24,7 Monate gegenüber 14,8 Monaten im Placeboarm. Das mediane rezidivfreie Überleben (RFS) wurde unter CC-486 ebenfalls verlängert (10,2 Monate gegenüber 4,8 Monaten ­unter Placebo).

Das Profil von CC-486 unterscheidet sich von dem des injizierbaren Azacitidin in der Pharmakokinetik und -dynamik. Die orale Verabreichung ermöglicht eine verlängerte Wirkstoffexposition und kann die therapeutische Aktivität verlängern. Das kann zu einer anhaltenden epigenetischen Regulation führen, die auf der Reexpression von Tumorsuppressorgenen durch die Hemmung der DNA-Methyltransferase beruht, und so das Krankheitsgeschehen unterdrücken. Ein Zulassungsantrag bei der EMA wurde eingereicht. aga

Virtuelles Fachpressegespräch „Therapiebedarf bei hämatolo­gischen Erkrankungen – Fortschritt durch innovative Therapie­konzepte“ anlässlich des EHA-Kongresses 2020 (Veranstalter: Celgene GmbH, A Bristol-Myers Squibb Company), Juni 2020

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