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Hausärztliche Videosprechstunde

Nutzung der Videosprechstunde stark altersabhängig

25.1.2023

In einer Studie wurde die Nutzung von Videosprechstunden, wie sie während der COVID-19-Pandemie empfohlen wurden, untersucht. Wenig überraschend ist, dass Patienten über 65 Jahren die Videosprechstunden kaum nutzen.

Die von Forschern der Internationalen Hochschule in Erfurt durchgeführte Studie basiert auf der Analyse eines umfassenden Datensatzes, der anonymisierte Daten von 5,6 Millionen Leistungsempfängern einer großen deutschen Krankenkasse enthält. Der Datensatz umfasst Gesundheitsleistungen vom 1. Januar 2019 bis zum 30. Juni 2020 mit 29.464.913 Patientenkontakten. Die Ansprüche wurden in Videosprechstunden und Face-to-Face-Konsultationen unterteilt.

Bei insgesamt 8.077 aller Kontakte hatte eine Videokonsultation stattgefunden. Dies entspricht 3,12 von 10.000 Kontakten. Es gab keinen signifikanten Unterschied in der Nutzung von Videosprechstunden nach Geschlecht. Das Alter unterschied sich jedoch signifikant zwischen den Kontakten mit und ohne Nutzung der Videosprechstunde. Insgesamt ist ein signifikanter Anstieg von bis zur 27-fachen Nutzung von Videosprechstunden im ersten Lockdown im Vergleich zum Jahr 2019 zu verzeichnen.

Die offensichtlich höhere Nutzung der Telemedizin in der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen und die sehr geringe Nutzung in den nachfolgenden Gruppen der 65- bis 74-Jährigen zeigt, so stellen die Forscher fest, dass die Nutzung der Videokonsultation altersabhängig ist. Angesichts der in absoluten Zahlen verschwindend geringen Nutzung von Videosprechstunden, ist nach ihrer Ansicht qualitative Forschung notwendig, um jene Faktoren für Patienten und Hausärzte zu ermitteln, die zur Nutzung der Videosprechstunde führen oder sie behindern. Wie der eklatante Unterschied der Nutzung auf Grundlage der verwendeten Kassendaten im Vergleich zu den Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (1. Hälfte 2020 fast 1,4 Mio. Videosprechstunden insgesamt, viele auch durch Hausärzte, vor allem im zweiten Quartal) zu erklären ist, bleibt offen.

Petrick N et al.: Gesundheitswesen. 2023 Jan 24 (DOI 10.1055/a-1999-7390).
Praxisnachrichten Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), April 2021

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